WIR 61 - Dezember 2019
RMC Mittelbaden e.V. Nr. 61 Leider versagte der „alte Herr“ zweimal wegen technischer Probleme den Dienst und unser Busfahrer Alain hatte alle Hände voll zu tun, alles wieder flott zu kriegen. Als er bei einer Panne versehentlich einmal den Motorraum offen ließ, stockte uns fast das Blut in den Adern. Im Vergleich zu einer Campingreise mit dem Wohnmobil sind es also nicht nur die eigenen Betten, das eigene Bad und die gewohnte Küche, die immer wieder für ein Wohnmobil begeistern lassen. Tatsächlich gibt es in Kanada eine Vielzahl von Stell- und Campingplätzen, die wir natürlich nur aus der Ferne vorbeiflitzen sahen. Auch eine Menge Campinghändler entlang der Hauptstraßen fielen uns auf und waren durch die massigen Reisemobile und Trailer kaum zu übersehen. Zu gern hätten wir mal angehalten und einen Blick in diese tollen Fahrzeuge geworfen – aber für diese Ambitionen hätten unsere Mitreisenden bestimmt wenig Verständnis gezeigt, zumal unsere Gesprächspartner bei dem Wort „Camping“ immer noch klamme Finger und schmutzige Toiletten aus Jugendherbergszeiten in Erinnerung hatten und ungläubig von Duschen, Backöfen, Kühlschränken und Fernsehgeräten in Wohnmobilen hörten. Schnell gaben wir unsere Schwärmereien auf und waren angesichts der überfüllten Stellplätze in Europa eigentlich ganz froh, dass nicht jeder das Reisen im Wohnmobil zu schätzen weiß. Die gesichteten Campingplätze waren allesamt stadtnah, aber ziemlich eng und gut bestückt. Überwiegend standen hier Trailer in Reih und Glied – vermutlich handelte es sich um günstige Wohnstätten für Zeitarbeiter. Wir sahen aber auch Wohnmobilstellplätze, die unseren in Europa ähnelten. Unterwegs begegneten uns viele Wohnmobile, die Schriftzügen wie „Canadream, Fraserway, Cruise Canada“ usw. trugen. Die meisten davon waren Alkoven-Mobile der 8-m-Klasse. Begeistert waren wir aber von den gut ausgebauten Highways, die für uns Europäer verschwenderisch erschienen, denn teilweise lagen zwischen den Fahrbahnen richtige kleine Wälder – und man sieht den Gegenverkehr überhaupt nicht. Der Osten Kanadas wirkt übrigens ziemlich europäisch. Das ist historisch bedingt und auch ein wenig dem gleichen Breitengrad geschuldet. Hier liegen die großen Städte und somit auch die meisten Industrieansiedlungen. In der Peripherie finden sich dann die Ansiedlungen der arbeitenden Bevölkerung, deren Fertighäuser fast genauso wirken wie in Amerika. Zäune oder andere Einfriedungen sieht man nur bei den teuren Objekten und bewundert somit immer gleiche, aber gepflegte Rasenflächen. Kanadas kulinarische Spezialitäten sind schnell aufgezählt. Bekannt ist in erster Linie der Ahorn-Sirup . Natürlich stand auch die Besichtigung einer Sirup-Manufaktur auf dem Programm und so erfuhren wir, dass für einen Liter Ahornsirup 30 bis 50 Liter 36
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